Target Costing

 Definition, Zielkostenrechnung und Anwendung

Target Costing – Marktpreis, Zielkosten und Produktentwicklung grafisch dargestellt

Was ist Target Costing?

Target Costing (deutsch: Zielkostenrechnung) ist ein Verfahren des marktorientierten Kostenmanagements.
Es wird bereits in der frühen Phase der Produktentwicklung oder Projektierung eingesetzt, um Produkte, Komponenten oder Anlagen innerhalb definierter Zielkosten zu entwickeln oder zu beschaffen.
Das Ziel: Die Kosten dürfen den Preis, den der Markt akzeptiert, nicht überschreiten – bei gleichbleibender Funktion und Qualität.

Im Unterschied zu klassischen Kalkulationsmethoden werden beim Target Costing die zulässigen Kosten vom Zielpreis abgeleitet, nicht umgekehrt.
Damit verbindet das Verfahren technische Anforderungen mit kaufmännischer Wirtschaftlichkeit – ein wesentlicher Baustein für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Mann arbeitet am Laptop, ikonisches Zielscheiben-Symbol mit Eurozeichen im Vordergrund – Darstellung der Zielkostenermittlung und Zielkostenrechnung.

Zielkostenermittlung und Zielkostenrechnung

Die Zielkostenermittlung beginnt mit der Frage:
Was ist der Kunde bereit, für das Produkt zu bezahlen?
Aus diesem Zielpreis werden durch Abzug der gewünschten Gewinnmarge die Zielkosten (Target Costs) bestimmt – also der Betrag, den Entwicklung, Fertigung und Einkauf maximal kosten dürfen.

Diese Zielkosten werden anschließend auf Baugruppen, Komponenten und Funktionen verteilt.
So entsteht eine strukturierte Zielkostenrechnung, die als Grundlage für Kostenplanung, Entwicklung und Beschaffung dient.

Gelbe Glühbirne als Symbol für Idee oder Erkenntnis.

Beispiel:

Liegt der Zielpreis für ein Werkzeug bei 10.000 €, beträgt die zulässige Gesamtkostengrenze bei 20 % Marge 8.000 €.

Diese 8.000 € werden anschließend auf Konstruktion, Material und Montage aufgeteilt.

Ein Target-Costing-Prozess folgt meist fünf Phasen

Phasen und Ablauf des Target Consting

Analyse der Marktanforderungen

und Bestimmung des Zielpreises.

Ermittlung der Zielkosten

durch Abzug der Marge.

Aufteilung der Zielkosten

auf Komponenten und Funktionen.

Vergleich von Soll- und Ist-Kosten

(Abweichungsanalyse).

Anpassung und Steuerung,

um Kostenziele zu erreichen.

Dieser iterative Prozess stellt sicher, dass technische und wirtschaftliche Zielvorgaben jederzeit im Gleichgewicht bleiben.

Target Costing im Einkauf und in der Beschaffung

Im Einkauf unterstützt Target Costing die Entscheidung,
ob ein Produkt selbst gefertigt oder extern bezogen werden soll.
Es hilft dabei, Preise objektiv zu bewerten und Lieferantenangebote zu vergleichen.
Dadurch lassen sich Kostenziele besser erreichen, ohne auf Qualität oder Lieferfähigkeit zu verzichten.

Unterstützt durch moderne IT-Methoden gewinnt der Einkauf zusätzlich Transparenz:
Abweichungen werden früh erkannt, Preisstrukturen analysiert und Zielkosten systematisch überprüft.
Das Ergebnis sind fundierte Entscheidungen und stabile, marktgerechte Beschaffungspreise.

Softwareunterstützung und digitale Ansätze

Bei großen Datenmengen stoßen herkömmliche Tabellenkalkulationen schnell an Grenzen.
Target Costing Software automatisiert viele Arbeitsschritte, vergleicht historische Projekte und hilft, Zielkosten schneller und präziser zu ermitteln.
So lassen sich Kostenziele kontinuierlich überwachen und Anpassungen einfacher nachvollziehen.

Fazit

Target Costing schafft Transparenz über Kostenstrukturen und fördert eine kostenbewusste Produktentwicklung.
Durch die konsequente Ausrichtung auf Zielpreise und die Einbindung moderner Softwarelösungen
wird das Verfahren zu einem Schlüsselelement für effizientes Kostenmanagement und Wettbewerbsfähigkeit.

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